Bundesratswahlen: Köpfe und Karrieren

Bundesratswahlen: Köpfe und Karrieren

Wie hiessen die ersten sieben Bundesräte? Wann zog der erste Sozialdemokrat in die Regierung? Wer regierte am längsten? Wer starb noch im Amt? Und wie steht es um die Frauen im Bundesrat? Wir haben für Sie aus unserer reichen Sammlung Dokumente herausgesucht, die diese Fragen beantworten. Viel Spass beim Stöbern in der Welt der Bundesräte und –rätinnen!

Wen vertreten die Parlamentsmitglieder? – Das soziale Profil der Bundesversammlung

Die Dissertation von Andrea Pilotti bietet (auf Französisch) eine Fülle von Grafiken und Tabellen, die zeigen, aus welchen sozialen Gruppen und Klassen das Bundesparlament zusammengesetzt ist:

Andrea Pilotti, Les parlementaires suisses entre démocratisation et professionnalisation (1910–2010). Biographie collective des élus fédéraux et réformes du Parlement helvétique. Thèse de doctorat, Université de Lausanne 2012 (NB-Signatur: Nbq 93156).

Erstes Beispiel Tableau 6.7: Bei den Selbständigerwerbenden fällt die starke Vertretung der Rechtsanwälte während aller Amtszeiten von 1910 bis 1980 auf. Die Anzahl der Angestellten hat kontinuierlich zugenommen, vor allem jene des öffentlichen Sektors wie beispielsweise der Lehrpersonen. Was die Berufspolitiker/-innen betrifft, so gibt es bei den Magistratspersonen eine abnehmende Tendenz, hauptsächlich bei den Mitgliedern von Kantonsregierungen. Unter den Karrierepolitiker/-innen stellten die Berufsparlamentarier/-innen im Jahr 1980 fast ein Drittel, nachdem sie früher noch überhaupt nicht existent gewesen waren.

Zweites Beispiel Tableau 7.4: In dieser Darstellung ist von 1980 bis 2010 eine konstante Zunahme der Anzahl Frauen im Bundesparlament festzustellen, ausser in den Fraktionen der Freisinnig-demokratischen Partei und der Liberalen Partei (Die beiden Parteien haben inzwischen fusioniert). Es geht daraus ebenfalls hervor, dass je weiter rechts eine Fraktion im politischen Spektrum situiert ist, desto weniger Frauen ihr angehören. Auch die beiden folgenden Standardwerke zur Soziologie des Bundesparlaments sind in der Schweizerischen Nationalbibliothek vorhanden:

  • Die Schweizerische Bundesversammlung 1848–1920 = L’Assemblée fédérale suisse 1848–1920, bearb. von Erich Gruner unter Mitw. von Karl Frei et al., Bern: Francke, 1966 (Helvetica politica. Series A; vol. 1-2 ), 3 Bände: Bd. 1: Biographien = Biographies – Bd. 2: Soziologie und Statistik = Sociologie et statistique – Bd. 3: Synoptische Tabellen = Tableaux synoptiques. NB-Signatur: P 25802/1–2
  • Die Schweizerische Bundesversammlung 1920–1968 = L’Assemblée fédérale suisse 1920­1968, bearb. von Erich Gruner et al., Bern: Francke 1970 (Helvetia politica. Series A; vol. 4), NB-Signatur: P 25802/4

Andreas Heller beschreibt die Karrieren von Politikerinnen und Politikern, die auf unterschiedlichen Wegen den Einzug ins eidgenössische Parlament schafften. Quelle: Andreas Heller, Wege nach Bern. Wie man Volksvertreter wird, in: NZZ Folio, Oktober 1995: Das Volk, NB-Signatur: Pq 22075

Der bekannteste Bundesrat, der als Quereinsteiger ins oberste Exekutivamt gewählt wurde, ist Adolf Ogi. Neben ihm haben weitere Politiker, namentlich aus der SVP, ein Amt anvertraut erhalten, ohne dass sie die übliche Ochsentour absolvieren mussten. Quelle: Ruedi Baumann, Anita Merkt, Das gute Händchen der SVP, in: Tages-Anzeiger 122. Jahrgang, Nr. 54 vom 6. März 2014, Seite 17 (Artikel gratis erhältlich bei info@nb.admin.ch).

Die aktuelle Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga galt 2010 als Favoritin für die Nachfolge des zurücktretenden Bundesrats Moritz Leuenberger. Im Vorfeld dieser Wahl hat Stefan Barmettler analysiert, welche Beziehungen und Machtfaktoren die Chancen der Kandidatin beeinflussten. Quelle: Stefan Barmettler, Machtnetz von Simonetta Sommaruga. Die Tabu-Brecherin, in: Bilanz. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin 9.9.2010 (Artikel gratis erhältlich bei info@nb.admin.ch).

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